
*Die Muße, griechisch scholé, diente der Vervollkommnung der eigenen Seele mithilfe der Philosophie, der Bildung und der Entfaltung einer individuellen Fähigkeit. Auf diese scholé geht unser Wort Schule zurück: ursprünglich ein Ort der Muße*
In diesem Sinne wendet sich die Schule für Tibetische Heilkunst an Menschen, die sich selbst und andere zutiefst ernstzunehmen bereit sind, an Menschen, die vollständige Verantwortung übernehmen wollen.
Jeder Mensch sucht früher oder später nach dieser Ver-Antwortung. Er sucht nach Antworten auf seine Angst vor dem Tod, sucht Gelassenheit und inneren Frieden, sucht Freunde und Mitstreiter auf einem langen Weg.
Sich verantwortlich zu fühlen und Verantwortung zu übernehmen ist eine unserer zutiefst menschlichen Qualitäten und kann zu einer großen Offenbarung werden.
Dank seiner kostbaren Qualitäten ist der Mensch jedoch nicht nur mit sich selbst, sondern letztlich mit allem in der Verantwortung, da auf subtileren Ebenen des Zusammenspiels von Körper und Bewusstsein die scharfe Grenze zwischen Ich und Anderem aufgelöst ist.
Eine neue Sicht des SELBST
Über Jahrtausende hinweg erforschten buddhistische Philosophien innerhalb ihrer Meditationskulturen das SELBST. Sie untersuchten jene Entität, die sich selbst als Ich erfährt und sie fanden dabei heraus, dass es kein Ich gibt, das unabhängig und aus sich selbst heraus existiert.
Diese Erkenntnis ist insofern auch für unsere Zeit von Bedeutung, weil sowohl wissenschaftliche Literatur als auch unsere Alltagserfahrung ein "Ich" zeichnen, das unabhängig und autonom zu existieren scheint. Gleichzeitig wird dieses Ich einem Körper ähnlich beschrieben, verletzbar, nur begrenzt heilbar und unter bestimmten Bedingungen sogar ‚Teile’ verlierend oder abspaltend. Darüberhinaus wird es als durch frühe Kindheitserfahrungen derart festgelegt beschrieben, dass eine Auflösung der Prägungen kaum oder gar nicht möglich sei.
Aus Sicht der indo-tibetischen Wissenschaften vom Bewusstsein wird das Selbst etwas anders dargestellt. Das Selbst besteht aus Körper und Geist, die zwar in einem zutiefst komplexen System miteinander verwoben sind, jedoch sehr unterschiedlichen Gesetzmäßigkeiten unterliegen.
Während Materie und somit unser fester Körper dem Prozess von Entstehen und Vergehen folgen, ist Geist in seiner tiefsten Natur reines klares Gewahrsein, das niemals entsteht und vergeht. Geist ist sozusagen ungeboren und unsterblich, 'durchtränkt’ aber fortwährend alle Materie und Körper. Diese Qualität Geist wirkt in Verbindung mit einem Körper als ununterbrochen aktives Bewusstsein, das sich in acht verschiedenen Funktionen zeigt. Dieses Bewusstsein öffnet sich aus seiner zugrundeliegenden geistigen Natur als immerzu frischer Impuls, es ist klar und wach, es ist in jedem Augenblick neu.
Ein solches Bewusstsein ist seiner Natur nach frei
Hier wird das Selbst nicht als in Gewohnheiten und Erinnerungen fixiert definiert, sondern als ein "agens", das in jedem Gewahrseinsmoment die Freiheit der Wahl besitzt.
Es gilt also, dieses kostbare menschliche Selbst zu seiner natürlichen Freiheit hin zu trainieren und all die Verhaltensweisen aufzulösen, die seine Entscheidungsfreiheit stören und verhindern.
Die Schule für Tibetische Heilkunst setzt sich dieses Ziel mithilfe zweier Herangehensweisen.
Zum einen werden psychologische und pädagogische Methoden angewendet, die der Lehre von Tendrel-Einheit in der Dualität® nach Tarab Tulku XI. entnommen sind.
In Form von Seminaren und praktischen Unterweisungen wird ein grundlegendes Verständnis für die vielfältigen Funktionsweisen unseres Bewusstseins entwickelt und durch die eigens von Tarab Tulku entwickelten speziellen Transformationsmethoden ein Selbst-Umgang trainiert, in dem das ‚selbstbezügliche Ich’ schließlich verabschiedet werden kann. Selbst-Bezüge der Schwäche und Insuffizienz lösen sich auf, zugunsten der Erfahrung der weiträumigen Brillanz unseres menschlichen Geistes.
Anders als in den Ansätzen westlicher Psychologie wird das Ich dabei jedoch nicht genährt, sondern ‚abgespeckt’, um nach dieser ‚Fastenkur’ schließlich fähig zu sein, sich mit weitaus tieferen Seinsebenen zu identifizieren.
Mit diesem Ansatz wird das System von Tarab Tulku XI. Tendrel-Einheit in der Dualität zu einem Meilenstein für die Transformation der Persönlichkeit. In einer Welt, in der sich Strukturen auflösen, Kulturen vermischen und deren unterschiedliche Religionen ihre tragende Basis verlieren, braucht es ein umfassendes Verständnis der universalen Gesetzmäßigkeiten von Materie und Geist, um Leiden zu beenden.
Die Geometrie des Körpers
Zum andern stimuliert die Heilkunst der HERZESSENZ® der Lehren von Seiji Takamori die feinstofflichen Energiequalitäten des Körpers.
In Form von Energie-Übertragungen = Attunements öffnet sich der Schüler für die feineren Energiefelder seines Körpers. In der Folge trainiert er, diese Erfahrung solange zu wiederholen, bis sie mit der Ersterfahrung der ‚Attunements’ identisch geworden ist. Auf diese Weise setzt er positive ‚Imprints’ = Energie-Gravuren, die die verschobene Geometrie seiner Feinstofflichkeit allmählich und nachhaltig begradigen.
Die Energie-Übungen unterscheiden sich je nach Modul: anfangs übertragen die Hände heilende Energie, später auch der Atem und die Augen und schließlich die gesamte Präsenz von Körper-Geist.
Körper und Bewusstsein sind permanent wechselseitig verbunden. Daher öffnen sich auf subtileren Ebenen des Körpers auch feinere Ebenen von Bewusstsein. Je stärker diese Ebenen als eigenes ‚Selbst’ identifiziert werden, umso harmonischer und weiträumiger wird Identität erfahren und somit auch das, was wir Realität nennen.
Wahre Verantwortung
Die sich gegenseitig befruchtenden Systeme von HERZESSENZ® und Tendrel-Einheit in der Dualität® vermögen den Schüler in Verlauf seiner Ausbildung zu einer authentischen Selbstentwicklung zu verhelfen, mit der er schließlich körperlich und mental in der Lage ist, die volle Verantwortung für sich zu tragen – und auf einer tiefen Ebene die für die ganze Welt.
