Klausuren Sterben üben


STERBEN ÜBEN1

Lange schon hast du es geahnt. Nun ist es soweit.
Es klopft an deiner Tür.
Du öffnest und stehst ihm direkt gegenüber, dem TOD.
Bist du bereit? Wirst du dich hingeben?
Oder wirst du kämpfen?
Kämpfen um was? Um deine Unsterblichkeit?
Das Datum deiner Todesstunde steht nicht in deinem Ausweis.
Berechtigt dich das, den Tod zu ignorieren und das Leben zu verspielen?


Je mehr  wir uns einreden, dass es nur die Anderen trifft, desto stärker revoltiert die Angst in unserem Innern.
Da wir ahnen, dass es keine Sicherheit gibt, lenken wir uns ab und vergeuden unser Leben.
Erscheint schließlich die endgültige Zäsur angesichts des Todes, so geraten wir in Panik. Wir schaffen es nicht einmal mehr, einen guten Tod zu sterben im Einverständnis mit dem Wandel von Werden und Vergehen. Bewusstlos oder im Kampfe stolpern wir in den Tod, genauso wie wir unser kostbares Leben verbrachten...
Auf  dem Hintergrund des tibetischen Wissensschatzes, den Tod als eine Raumfahrt nach innen zu betrachten, wurde ein Szenario entwickelt, das erlaubt, in geeigneter Umgebung und geschütztem Rahmen sterben zu üben.
Innerhalb eines achttägigen Klausur-Retreats wird meditativ geübt, Abschied zu nehmen, sich aufzulösen und ein zugehen.
Durch die Übung des Sterbens verlieren wir die Angst vor dem Tod und damit auch die Angst vor dem Leben.
Wir werden hellwach, uns unserer Kraft und Weiträumigkeit gewahr und übernehmen die Verantwortung für jeden Atemzug in diesem kostbaren Leben, statt es länger von den Umständen führen zu lassen.


STERBEN ÜBEN2

In dieser Klausur wird im Dunkeln gearbeitet.
Es kommen alle erlernten Praktiken zur Anwendung.
Täglich werden ein bis zwei Tendrel-Sitzungen im Dunkeln durchgeführt.
Die Klausur hat die Qualität eines sechstägigen Dunkelretreats und dient der nondualen Transformation der Persönlichkeit. Sie sollte als Abschluss von Modul 3 genutzt werden.

 

 

 

*Wenn du wüsstest, wie schwer es zu erlangen ist,
wäre es dir unmöglich, das durchschnittliche Leben zu führen.

Wenn du seine großen Vorzüge sähest,
täte es dir leid, wenn es bedeutungslos bliebe.

 Wenn du über den Tod nachdächtest,
träfest du Vorbereitungen für deine zukünftigen Leben.

Wenn du über Ursache und Wirkung nachdächtest,
hörtest du auf, unbesonnen zu sein.*

(Tsongkhapa)